Gratinierter Kohl mit gedünstetem Kartoffel-Melange

Was sagt uns die Kitava-Studie über den Diät-Wahn?

Paleo? Oder doch Slow-Carb? Die Menschen auf Kitava, einer Insel der Trobriand-Inseln in Papua-Neuguinea, essen täglich annähernd 70% Kohlenhydrate aus komplexen Kohlenhydratquellen (Yams, Tapioka, Süßkartoffel, Taro) , Früchte, etwas Fisch und Kokosnuss. 4 von 5 Kitavaner rauchen täglich und kauen dazu Betelnüsse. Auch bewegen sie sich kaum mehr als ein Durchschnittseuropäer. Doch laut der Studie von Lindeberg et al. im Jahre 1994 waren sie gesünder als eine vergleichbare Population in Schweden. Jedenfalls waren ihre Blutdrücke und Blutfettwerte niedriger. Ist das schon ein Maß von Gesundheit. Ich weiß nicht, Was sagt uns das jetzt aber über den Diät- und Essensstil-Wahn der heutigen Zeit aus? Das es weitaus komplexer ist, Rückschlüsse vom Essen auf die Gesundheit zu ziehen. Und das alles eine Sache des Wohlbefindens ist. Fühle ich mich mit einer Ernährungsform wohl? Oder geht es darum etwas Besonderes für mich zu machen? Mich von der Masse abzuheben? Gesünder sein als die Anderen? Das ist der wirkliche Trend – Gesundheit! Hauptsache es ist irgendwie gesünder als alles andere. Mh, ist es wirklich? Jedenfalls zeigt die Studie von Lindeberg und seinen Kolleginnen und Kollegen, dass Umweltfaktoren und die Einstellung zum Leben auch Faktoren der körperlichen Gesundheit sind. Doch eines könnte die Studie auch zeigen: dass der Verzehr von komplexen Kohlenhydraten, Kokosnuss, Früchte und etwas Fisch bei Einhaltung des normalen Energiebedarfes eine Weise sein kann, gesund zu essen. Für die Kitavaner jedenfalls! Auch für uns? Ich möchte auch hier auf die Epigenetik verweisen, also die Art und Weise wie unsere Geninformationen verpackt sind und diese durch Umwelteinflüsse, wie das Essen, beeinflusst werden und dadurch das Ablesen der Geninformation variieren kann. Und im Endeffekt, welche Stoffwechsel-Konsequenz daraus entsteht. Jeder von uns sollte mit Bedacht, genussvoll, umweltschonend (weil lokal) essen und Nährstoffe in komplexer, naturbelassener Form zu sich nehmen. Das machen die Kitavaner auf jeden Fall. Und vielleicht ist das der Schlüssel! 😉

Meine ideengebenden Quellen:

https://sciencebasedmedicine.org/what-can-we-learn-from-the-kitavans/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8077891